Analoge Fotografie

Der Charme der analogen Fotografie. Der Prozess vom Film einlegen, dem Auswählen von Blende und Zeit, das manuelle Fokussieren, die Entschleunigung, die Einschränkung durch den Film bis hin zur Entwicklung der Fotos. Der Film, die alten, oft fehlerhaften, Objektive als auch das Korn geben dem Bild einen Look, den man sich digital erst erarbeiten muss und gewiss auch nicht immer hinbekommt.

Ich kann das alles verstehen, aber es hat wohl einen Grund warum ich erst in der digitalen Welt begonnen habe zu fotografieren. Es ist auch recht einfach und schnell zu beantworten: Ich bin zu ungeduldig.
Bis zu dem Punkt an dem es um das Entwickeln geht, um das Ergebnis zu sehen, wäre es noch in Ordnung für mich, aber dann ist Schluss. Selbst Entwickeln käme nicht infrage, keine Lust auf die Chemie und der Reinigung oder zu warten bis dann endlich das Bild von der Entwicklung zu mir kommt, ist mir schlichtweg zu lange.

Es gibt aber eine Form der analogen Fotografie, die ich akzeptiere, die Sofortbildkamera. Ich hatte in der Vergangenheit eine Fuji Instax Mini Kamera, allerdings war ich mit dem versetzen Sucher unglücklich, sodass sie nach kurzem Gebrauch den Besitzer gewechselt hat. Daher habe ich mir einen Fuji Instax SP-1 Drucker gekauft, als ich auf die Fuji X-T1 umgestiegen bin. Jetzt hat Fuji die Square SQ10 angekündigt, ich bin mir schon recht sicher, dass dies meine analtale (Analog-Digitale) Kamera wird. Wenn jetzt nichts von technischen Problemen mit der Kamera bekannt wird, wird sie gekauft.

Ich bin von der Nikon D700/800 auf Fuji aus mehreren Gründen umgestiegen. Abgesehen von der technischen Leistung, die mich überrascht hat, ging es mir vor allem um die Haptik. Alles über Einstellräder einstellen zu können fand ich und finde ich noch heute, extrem genial. Ich hätte mir auch nicht gedacht, dass man das Konzept der X-T1 noch verbessern kann, aber Fuji hat es mit der X-T2 geschafft. Ich hätte aber gerne lieber weniger Megapixel gehabt, dafür ein besseres Bild oder mehr ISO. Mir reichen die 16MP der X-T1 auch heute noch ohne Weiteres aus. Die größere und das wenige Gewicht kommt am Ende natürlich noch dazu.

Ich kaufe mehr gerne Objektive, die den Charme der alten Objektive widerspiegeln oder gar alte Objektive, die ich auf meiner Fuji mittels Adapter nutze. Das Zenit Helios M44-4 mit einem Adapter ist zum Beispiel ein altes russisches Objektiv, das ich gerne wegen seiner Bubbles nutze. Das Neewer 28mm f2.8 ist ein neues Objektiv, hat allerdings seinen eigenen Charme hat und das um einen kleinen Preis. Es ist technisch gesehen ein Desaster, aber in der Praxis ein Objektiv mit netten Effekten.

Ich habe in der Fotografie gelernt, die Aussage „werde ich nie machen“ wegzulassen. In der Vergangenheit habe ich sie schon oft gebrochen. Genau genommen hatte ich sogar schon eine Nikon FG, die ich wieder verkauft habe, aus den oben genannten Gründen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass ich eines Tages alte Kameras kaufe und auf Film Bilder bringe. Aber vielleicht ist es auch wie mit der HDR-Fotografie, wo ich diese Phase der übertriebenen, und für meinen Geschmack auch schlechten Bilder, ausgelassen habe. Man muss ja auch nicht jeden Scheiß mitmachen 🙂 Das denken sich im Übrigen auch sicher einige analog Fotografen von der digitalen Fotografie, was auch in Ordnung ist. Jeder soll das tun, was ihm glücklich macht.